Kdt. Dieter Reithmayr am höchsten Berg Österreichs



Am Sonntag, 20.03.2022 bzw. Montag, 21.03.2022 bezwang der Kdt. unserer FF, Dieter Reithmayr gemeinsam mit Feuerwehrkamerad und Bergführer Adi Niedermayr den Großglockner! Hier ein Bericht über dieses grandiose Erlebnis aus den Augen und der „Feder” unseres Gipfelstürmers:

So., 20.03.2022 Beim Wetter war die Hoffnung bis zum Felbertauern noch sehr groß, doch schon auf der Tiroler Seite waren über den Gipfeln die Nebelschwaden zu sehen.

Das Auto blieb am Parkplatz beim Lucknerhaus auf 1918m im Nebel stehen.

Nach dem Check der Ausrüstung gings um ca. halb 12 mit den Tourenski durchs Ködnitztal zur Stüdlhütte auf 2801m. Bei diesem Aufstieg über teils vereiste Rinnen wurden wir Zeugen bei der Hubschrauberrettung einer verletzten Bergsteigerin.

Nach ca. 2,5 Stunden konnten wir in der Stüdlhütte einchecken.

Zur besseren Akklimatisation stiegen wir am Nachmittag noch über das Teischnitzkees zur Luisenscharte auf 3200m auf. Dort bekamen wir auch das erste Mal die Sonne und auch das beeindruckende Panorama zu Gesicht.

Nach der Abfahrt und den fordernden 1200 Höhenmeter zuvor im Aufstieg konnten wir unser Lager 3 / Betten 7 & 8 (von 16 möglichen in dem Raum) auf der Stüdlhütte beziehen. Die Stüdlhütte bietet 122 Betten und war in dieser Nacht mit ca. 70 Buchungen nicht ganz voll. In den Nächten vor uns waren alle Kapazitäten ausgeschöpft.

Das Abendessen war ein Traum:

2 Suppen als Vorspeise, ein Salatbuffet soweit das Auge reichte, 4 Gerichte zur Auswahl als Hauptspeise - bei der man sich so oft bedienen konnte wie man wollte - und ein Nachspeisenbuffet mit 6 verschiedenen Möglichkeiten. Als Beilage gabs noch ein Weizen vom König Ludwig! Das war die Belohnung für diesen anstrengenden ersten Tag.

Mo., 21.03.2022

Nach einer Nacht im Schlafsack gingen wir bewusst sehr spät (um 7:00 Uhr) zum Frühstück, da wir dem großen Stau am Gipfel entgehen wollten. Auch die Temperatur mit – 7,5 Grad Celsius fühlte sich an diesem Morgen bei strahlendem Sonnenschein fast angenehm an.

Um ca. 8:30 Uhr schulterten wir unsere Schi Richtung des Gletschers am Ködnitzkees. Aufgrund des akuten Schneemangels in der heurigen Saison waren wir das Schitragen ja schon gewöhnt.

Teilweise sind auf den Gletschern rund um den Großglockner selbst im Winter noch die Gletscherspalten sichtbar.

Nach fast 2 Stunden erreichten wir unser Skidepot unterhalb des versicherten Kletterssteigs zur Erzherzog Johann Hütte auf 3454 m. Diese, höchstgelegenste Schutzhütte Österreichs, ist auch bekannt als „Adlersruhe“.

Dort legten wir unsere Seilsicherung und die Steigeisen an. Jetzt begann der anstrengende Teil. Über das 35° steile und teils vereiste „Glocknerleitl“ gings in einigen Serpentinen in Richtung Kleinglockner. Nach dieser Eisflanke begann die Mix-Kletterei in Fels, Schnee und Eis.

Bis zum Kleinglockner auf 3771 m hielt sich auch der Ansturm von Naturliebhabern in Grenzen, doch beim Abstieg in die Glocknerscharte sahen wir bereits den endlosscheinenden Stau in Richtung Großglockner.

Wir wollten mit unserem späten Aufbruch am Morgen dem Ganzen eigentlich aus dem Weg gehen, jedoch waren wir immer noch zu früh.

Nach einer gefühlten Ewigkeit im Stau, bei doch eisigen Temperaturen und etwas Wind konnten wir die anspruchsvolle und aussichtsreiche Glocknerscharte überwinden und die letzten Höhenmeter in Richtung Großglockner über den Fels klettern.

Die Tatsache es geschafft zu haben, das schöne Gipfelkreuz und die beeindruckende Aussicht haben mich in dem Moment alle – von der Kälte – tauben Finger und Zehen vergessen lassen. Die Glücksgefühle sind in dem Moment mächtiger als alles andere.

Nach ein paar Erinnerungsbildern traten wir den Rückweg an. Die Menschenmassen hatten sich zwar schon fast aufgelöst, jedoch kam es durch ein paar uneinsichtige Bergsportler noch immer zu Verzögerungen. Da der Abstieg einen vielleicht noch mehr als der Aufstieg fordert, ließ die Anspannung erst auf der Adlersruhe das erste Mal nach.

Dort versorgten wir unsere Kletterausrüstung und stiegen weiter ins Schidepot ab.

Die Abfahrt zur Stüdlhütte war dann schon fast reine Formsache da die Sonne den am Morgen noch hart gefrorenen Schnee in herrlichen Firn verwandelt hatte. Auf der Hütte packten wir dann die restliche Ausrüstung, welche wir am Morgen zurückgelassen hatten in unsere Rücksäcke und traten die letzte Etappe Richtung Lucknerhaus an.

Aufgrund des bereits fortgeschrittenen Nachmittags war diese Abfahrt eine neue Erfahrung. Bis zu 30° steile, teils sehr enge Passagen und blankes Eis erforderten höchste Aufmerksamkeit und großen Krafteinsatz.

Dieser sehr schöne aber auch anstrengende Schi.- und Klettertag endete nach 10 Stunden und 2 Minuten beim Auto am Parkplatz beim Lucknerhaus.


Danke an meinen Bergführer Adi für dieses tolle Erlebnis. Ohne ihn wäre ich vermutlich nie auf den höchsten Gipfel Österreichs gekommen.


Sehen Sie hier nun das Video zum Gipfelsieg in unserer neuen Rubrik „Was wir Feuerwehrleute sonst so machen...“ auf Youtube.

In Zukunft werden weitere Videos folgen, die Ihnen die Hobbies und Freizeitaktivitäten unserer mitglieder abseits der Feuerwehr näher bringen sollen!

Viel Freude beim Ansehen!



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